ITX / SFF CONTEST - FRACTAL DESIGN NODE 202 REVIEW

  • Temperaturen Check

    Dieses Mal musste sich das Node 202 von Fractal Design in meinen Tests behaupten.Das Gehäuse kann horizontal oder mit dem mitgelieferten Standfuß auch vertikal aufgebaut werden, hier wurde in der stehenden Position getestet.

    Was das möglicherweise für Nachteile hat, erläutere ich später.Im Gegensatz zu vielen anderen Gehäuse setzt Fractal Design hier auf einen "gestapelten" Aufbau mit festem Riser Bracket und 2-Kammer System.


    Mirror aller Bilder -> Imgur


    Features / Eckdaten

    Größe (HxBxT): 37,7cm x 8,20cm x 33,0cm

    Volumen: 10,2 Liter

    Gewicht: 3,5kg

    Material: Aluminium / Plastik

    CPU-Kühler: bis zu 56mm

    Grafikkarte: 2 Slot bis 31,0cm x 14x5cm x 47,0cm

    Netzteil: SFX (Version mit Integra 450W Netzteil verfügbar) bis 130mm

    Lüfter: 2x 120mm (GPU-Kammer) + 1x 120mm in Kombination mit bestimmten Kühlern (CPU Kammer)

    > Alle Spezifikationen auf der Herstellerseite



    Verpackung / Lieferumfang

    Auch Fractal Design setzt auf den allseits bekannten braunen Karton mit diversen Aufdrücken.

    Das Gehäuse selbst ist eingetütet und von Hartstyropor umgeben. Ich hatte gerne den gummiartigen Schaum wie beim LC-1500Smi gesehen, aber auch hier ist alles so gut geschützt, dass ich bedenkenlos ein System in dem Karton versenden würde. Der Karton ist nur wenig größer als das Gehäuse selbst und daher recht handlich.


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    Mitgeliefert wird ein festes Riser "Kabel", diverse Schrauben, selbstklebende Gummifüße, ein extralanges Stromkabel und in meinem Fall ein bereits eingebautes Integra 450W SFX Netzteil.

    Eine Version ohne Netzteil ist ebenfalls verfügbar. Staubfilter für GPU, CPU und Netzteil sind bereits im Gehäuse verbaut. Fractal Design zeigt hier klar, dass auch auf ein hochwertiges Zubehör wert gelegt wird!


    Zusammenbau

    Mit 4 langen Schrauben werden die beiden Teile des Gehäuses zusammengehalten.

    Entfernt man diese, kann der "Deckel" ausgeklinkt und abgenommen werden. Der flache Aufbau ermöglicht es, dass jede Komponente jederzeit erreicht werden kann, der Einbau gestaltet sich dementsprechend angenehm.


    In folgender Reihenfolge rate ich vorzugehen:

    1. CPU, RAM und eventuelle M.2 SSD ins Mainboard einbauen
    2. CPU-Kühler montieren
    3. Mainboard ins Gehäuse heben und festschrauben
    4. Netzteil im Gehäuse verbauen
    5. Front-USB/Panel/Audio, ATX und EPS Stromkabel anschließen
    6. ATX,EPS und GPU Stromversorgung mit dem Netzteil verbinden
    7. PCIe Riser einsetzen und festschrauben
    8. PCI-Slot Cover entfernen
    9. Grafikkarte einbauen
    10. Seitenpanel wieder festschrauben


    Das Node 202 setzt auch ein 2-Kammer System und trennt die Grafikkarte streng vom Rest ab.

    Direkt vor dem Netzteil lassen sich ATX-Stromkabel und die Front-I/O Kabel gut verstauen, zwischen Netzteil, Mainboard und Gehäuse lässt sich prima die CPU Stromversorgung verlegen.

    Je nach Grafikkarte sollte man die GPU-Kabel, Front-I/O und die Verlängerung des Netzteils am besten über die Front verlegen und fixieren, damit sie nicht in die Lüfter geraten.


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    Einigen Besitzern des Node 202 haben anscheinend Probleme, ihre Grafikkarte richtig auf die Schrauben-Löcher am PCI Slot auszurichten.

    In meinem Fall hat es einfach nur etwas Druck benötigt, dann ist alles passgenau eingerastet. Alternativ kann der PCIe-Riser auch erst nach Installation der Grafikkarte festgeschraubt werden.




    Temperaturen

    Alle Stresstests und Benches wurden mit Aida64 Extreme 5.98.4900 im Sekundentakt geloggt.

    Jeder Test lief für 30 Minuten, danach jeweils 30 Minuten "Abkühlzeit".

    Die Umgebungstemperatur wurde ebenfalls alle 30 Minuten aufgezeichnet und wird abgezogen, damit unterschiedliche Umgebungstemperaturen das Endergebnis nicht verfälschen und den direkten Vergleich zwischen den Gehäusen ermöglichen. Alle Temperaturangaben (dCPU & dGPU) sind also Deltawerte, daher der Unterschied zur Raum-Temperatur und nicht die direkte Komponenten-Temperatur.

    Die maximale Komponenten-Temperatur ist jeweils darunter, dient aber nur zur Veranschaulichung und kann nicht zum Vergleich zwischen den Gehäusen herangezogen werden!


    Hardware:

    Intel Core i5 6600K (Delid - 4,0Ghz @ 1,25V Locked

    Noctua NH-L9i / fixed at 60% PWM - 1750RPM

    Gigabyte Z270N-WIFI (BIOS F6d)

    2x 8GB Kingston HyperX Fury (HX421C14FBK2/16)

    KFA2 GeForce GTX 1050 Ti / fixed at 60% PWM - 1100RM

    Samsung M.2 SATA SSD

    Chieftec CSN-550C 550W SFX-PSU



    3DMark FireStrike

    • Custom Run - Version 1.1
    • Only Combined Test
    • Loop enabled
    • Include Demo disabled

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    Maximale Temperatur: 54°C CPU Package - 63°C GPU

    Umgebungstemperatur: 19,4°C - 20,4°C



    Aida64 5.99.4900

    • Stress CPU
    • Stress FPU
    • Stress Cache

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    Maximale Temperatur: 66°C CPU Package - 27°C GPU

    Umgebungstemperatur: 20,5°C - 20,9°C



    Unigene Heaven 4.0

    • Quality: Ultra
    • Tesselation: Extreme
    • Antialiasing: x8
    • Resolution: 1600x900 Fullscreen

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    Maximale Temperatur: 50°C CPU Package - 64°C GPU

    Umgebungstemperatur: 21,2°C - 21,7°C



    Aida 64 + Unigene Heaven

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    Maximale Temperatur: 68°C CPU Package - 64°C GPU

    Umgebungstemperatur: 20,4°C -20,7°C



    Prime95 294b8

    • Small FFTS

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    Maximale Temperatur: 84°C CPU Package - 28°C GPU

    Umgebungstemperatur: 21,0°C -21,2 °C


    Die Temperaturen waren - wie bei den großzügig verteilten Lufteinlässen zu erwarten - sehr gut.

    Die einzelne Kammer für die Grafikkarte spiegelt sich gut in den Tests wieder, die nur die CPU belasten: Die Grafikkarte bleibt davon völlig unbeeinflusst.

    Auf einen Kritikpunkt, den ich hier nicht reproduzieren konnte, bin ich online immer wieder gestoßen: Bei High-End Grafikkarten mit hoher TDP kann es zu Problemen kommen, wenn das Gehäuse vertikal mit dem Standfuß verwendet wird. Dieser verdeckt nämlich die Lüftungschlitze im unteren Teil der GPU-Kammer, sodass die Luft gewissermaßen "gefangen" ist und in die obere Kammer gezwungen wird.


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    Abhilfe schafft entweder der horizontale Aufbau oder ein neuer Standfuß wie zB dieser hier:


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    Dann kann die Abluft der Grafikkarte auch nach unten und zur Seite entweichen.

    Leider kann ich mangels einer High-TDP Grafikkarte (etwa ab 180W werden Probleme berichtet) keine eigenen Tests dazu durchführen.



    Mögliche Hardware-Kombinationen


    CPU-Kühler

    zB. Alpenföhn Black Ridge / Noctua NH-L9i or L9a / Cryorig C7 Cu


    Grafikkarten

    zB. So ziemlich jede aktuelle Grafikkarte


    Gehäuselüfter (120mm) - abhängig von der Grafikkarte

    zB. Noctua NF-A12x15 / Scythe slip Stream slim / Akasa Slimfan


    Fazit

    Mit dem Node 202 bietet Fractal Design ein hochwertiges Kompakt-Gehäuse, welches dennoch eine Fullsize-Grafikkarte aufnehmen kann.

    Das Layout ist gut überlegt, bietet ausreichend Platz für Kabel und ermöglicht einen einfachen Einbau der Hardware, der schon fast an einen Benchtable erinnert.

    Alle Lufteinlässe sind mit Staubfiltern versehen, lediglich die Schlitze auf den schmalen Seiten (oben und unten im vertikalen Aufbau) sind nicht gefiltert.

    Auch bei diesem Gehäuse zeigt FD wieder, dass Qualität eine Top-Priorität ist. Keine scharfen Kanten, passgenaue Löcher und ein generell hochwertiger Eindruck - wie ich es von diesem Hersteller gewohnt bin. Besitzer einer Vega oder GTX/RTX -80er Karte sollten sich der Problematik beim vertikalen Aufbau bewusst sein, wenn kein Blower-Kühler verwendet wird.


    Ich habe für die Tests weiterhin mein SFX Netzteil verwendet und nicht das dankenswerterweise bereitgestellte Integra SFX, um nichts zu verfälschen.

    Auch wenn ich keine Möglichkeit habe Netzteile auf Restwelligkeit und Spannungsregulation zu testen, habe ich mal ein komplettes ATX-System drabgehängt um zumindest einen Eindruck der Lautstärke zu bekommen. Oben eben auch nicht, das Netzteil war neben den normalen Lüfter-Geräuschen selbst im Open-Air Gehäuse nicht auszumachen.