Cryorig H7 - CPU-Kühler Test

  • Hallo Com!



    Ich stelle Euch im Rahmen meiner Testreihe für die Community verschiedene CPU-Kühler vor!



    Aufbau des Tests:

    1.1 Der Testaufbau

    1.2 Das Testsystem

    1.3 Airflow & Lüfter

    1.4 CPU

    1.5 Temperatur Ermittlung

    1.6 Testumgebung

    1.7 Stresstest


    2.0 CPU-Kühler Test



    1.1 Der Testaufbau


    Um eine möglichst authentische Testumgebung zu schaffen wurden die Tests nicht auf einem Benchtable durchgeführt, sondern in einem geschlossenem Gehäuse, wie es üblicher Weise verwendet wird. Zusätzlich wurde, wie üblich in einem Gaming-System, eine Grafikkarte verbaut, welche neben dem CPU ebenfalls Hitze produziert und damit ein vollständiges System simuliert.


    Das vollständige Testsystem:

    Cooler Master H500P Mesh White

    Intel 6700k

    Asus Z270 Code

    Apacer Panther Rage RGB RAM 4x8GB 3200Mhz

    Asus RX 580 Strix

    Seasonic Focus 750 Platinum

    3x Noiseblocker B12-PS

    Crucial SSD


    Vielen Dank an Seasonic, Noiseblocker, Apacer und Cooler Master für die Bereitstellung der Hardware für das Testsystem.




    1.3 Airflow & Lüfter:

    Ich habe mich bewusst für einen Midi-Tower entschieden, welcher einen recht standardmäßigen bis überdurchschnittlichen Airflow besitzt. In dem Gehäuse sind bereits zwei 200mm Lüfter in der Front, sowie ein 140mm Lüfter an der Rückseite des Gehäuses montiert. Die zusätzlichen Lüfter von Noiseblocker dienen zum Airflow im Gehäuse Deckel nach außen.

    Die Lüfter sind so montiert, dass ein klassischer vorne-rein und hinten-, sowie oben-, raus Airflow entsteht. Die vorderen Lüfter laufen auf angenehmen 650RPM*, die Noiseblocker auf 600RPM* und der hintere Lüfter auf 550RPM*.

    *RPM = Umdrehungen pro Minute; Gemessen im Mainboard BIOS, sowie durch HWInfo. Geringe Abweichungen sind möglich


    Ich hab die Lüfter bewusst so eingestellt, dass der PC ohne CPU Kühler fast geräuschlos arbeitet.

    Die verschiedenen Lüfter der CPU-Kühler wurden für den Stresstest auf ihre maximale RPM gestellt um die maximale Kühlleistung zu erbringen. Natürlich gibt es hier extreme Unterschiede in Lautstärke und Kühlleistung, weshalb ich für manche Kühler zusätzliche Test durchgeführt habe (z.B. mit Übertaktung, geringeren RPM Werten etc.).


    1.4 CPU:

    Es wurde bewusst ein CPU der Skylake Reihe von Intel gewählt, welcher zwar nur mit 91W TDP angegeben wird, jedoch relativ warm werden kann. Der CPU kommt im Boost-Takt auf 4,2Ghz, welcher natürlich für die Tests genutzt wurde. Mit Boost-Takt benötigt der 6700k um die 120-140W (Genaue Durchschnittswerte bei den Tests).

    Zusätzlich wurde im BIOS das "Thermal-Throttling", also heruntertakten des CPUs durch zu hohe Temperaturen, auf den maximalen Wert gesetzt, um ein vorzeitiges heruntertakten des Prozessors zu verhindern.


    1.5 Temperatur & weitere Werte:

    Die CPU Temperatur wurde zum einen Hardwareseitig, direkt auf dem Display des Mainboards, als auch unter Windows mit verschiedenen Programmen ausgelesen (RealTemp, CoreTemp, HWInfo).

    Da sich die Werte nicht unterschieden haben, habe ich mich für diese Testreihe für die Benutzung von HWInfo entschieden.


    Das Programm zeigt einem Werte wie Spannung, Lüfterdrehzahl, Temperaturen und andere nützliche Informationen jeglicher Sensoren des Systems an.

    Ich habe mich hier auf die CPU Package Temperatur beschränkt, welche ein Durchschnittlicher Wert aller CPU Kerne ist. Zusätzlich wird sowohl ein minimaler-, aktueller- und durchschnittlicher Wert angezeigt und errechnet.

    Für einige Test habe ich außerdem die Lüfterdrehzahl, sowie TDP ausgelesen. Dazu mehr in den individuellen Tests.


    1.6 Testumgebung:

    Die Tests wurden alle in einem geschlossenen Raum bei 21 Grad Raumtemperatur durchgeführt. Zwischen allen Tests wurde darauf geachtet, dass das System wieder völlig abgekühlt ist und die Raumtemperatur nicht gestiegen ist.


    1.7 Stresstest:

    Um die jeweiligen CPU Kühler auf ihre Kühlleistung zu testen wurde das Programm "Prime95" verwendet um den 6700k maximal auszulasten und eine möglichst große Wärmeentwicklung zu erzeugen. Dabei habe ich auf die "Small FFT's" Einstellung gesetzt, welche sich vor allem auf die Auslastung der CPU richtet und weniger auf die der restlichen Komponenten. Natürlich wurde auf allen 4 Kernen inklusive Hyper-Threading und Turbo-Boost getestet. Um einen möglichst aussagekräftigen Durchschnittswert zu bekommen wurde der Test eine Stunde für jeden Kühler durchgeführt.


    Im nächsten Post geht es mit dem Test weiter.

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    2.0 Test des Cryorig H7 Plus CPU-Kühlers




    Verpackung und Zubehör:
    Der Cryorig H7 Plus kommt in einer schlichten schwarzen Verpackung. Die Spezifikationen und Features sind in englisch zu finden und auf der Rückseite werden die Abmaße mit Schaubildern dargestellt.






    Im Lieferumfang befinden sich:
    - Wärmeleitpaste

    - Backplate, Halterung und Schrauben

    - Y-Splitter Kabel

    - Garantiekarte

    - Kühlkörper

    - 2 Lüfter inkl. Klammern

    - Anleitung





    Das Zubehör beinhaltet alles was benötigt wird um den CPU-Kühler zu installieren. Was sehr angenehm ist, ist der Y-Splitter, sowie die großzügig dimensionierte Wärmeleitpaste, welche noch für den ein oder anderen Wechsel reichen sollte.


    Kompatibilität:
    Der Cryorig H7 Plus ist mit dem klassischen Intel 1150,1151,1155 und 1156 kompatibel, sowie mit den alten AMD Sockeln, als auch AM4. Die Enthusiasten Plattformen 2011 bzw. 2066 und AMD's TR4 werden nicht unterstützt.

    Ein sehr cooles Feature bietet Cryorig auf der Website, wo man sich eine Anleitung herunterladen kann um zu testen, ob der Kühler in das System passt. Dafür wird einfach ein Blatt Papier auf die Abmaße des Kühlers gefaltet. Sehr schöne Idee, Thumbs up!


    Einbau:

    Der Einbau des Kühlers ist trotz seiner Größe recht einfach. Die stabile Plastik Backplate wird mit den entsprechenden Schrauben für den Sockel angebracht und bekommt auf der Vorderseite Abstandshalter in Form von schwarzen Hülsen spendiert. Diese erfüllen nicht nur ihren Zweck als Abstandshalter, sondern helfen beim Einbau. Die Backplate hält nämlich nach dem Aufstecken von alleine.






    Der Kühlkörper wird nun auf die Schrauben aufgesetzt. Das Besondere ist, dass die Halterung am Kühler beweglich ist und bereits Gewinde besitzt. So muss man nicht auf nervige Muttern zurückgreifen, sondern kann den Kühler entspannt von der Rückseite festziehen.

    Hier hat sich wirklich jemand Gedanken gemacht!


    Die Lüfter werden klassisch mit den beigelegten Klammern eingehakt.

    Obwohl der H7 gleich zwei Lüfter besitzt, hat man keine Probleme mit RAM Kompatibilität. Der vollständige Kühler findet seinen Platz neben den Speicherbänken und lässt sich selbst mit eingebauter Grafikkarte, sowie RAM einbauen (Ich empfehle jedoch immer, dies nicht zu tun!).

    Auch an den anderen Seiten hatte ich mit meinem Testsystem ebenfalls keine Probleme.





    Abmaße:

    L126 mm x b123 mm x h145 mm

    845g mit beiden Lüftern


    Design & Verarbeitung:
    Das Design des Cryorig H7 Plus setzt auf eine schlichte Optik, ohne großen Schnickschnack.

    Die Lüfter machen keinen allzu hochwertigen Eindruck und der Ring in der Mitte der Lüfter ist auch irgendwie Fehl am Platz, solange dieser ausgeschaltet ist. Wenn sich der Lüfter bewegt, sieht das ganze natürlich wieder anders aus.




    Cryorig verzichtet hier völlig auf Beleuchtung, oder andere designtechnische Features.




    Der Kühlkörper an sich macht einen soliden Eindruck und ist ebenfalls sehr schlicht gehalten. Die insgesamt 6 Heatpipes, welche die Wärme an die 40 Finnen übertragen, sind aus vernickeltem

    Kupfer, genauso wie der Sockel.




    Kühlung:
    Kommen wir zum eingemachten, der Kühlleistung.

    Die beiden beigelten 120er Lüfter laufen mit 300-1600RPM und ermöglichen so einen lautlosen Betrieb, wenn gewünscht. Bis ca. 1000RPM bleiben die Lüfter laufruhig und kaum hörbar, danach sind sie jedoch auch durch ein geschlossenes Gehäuse deutlich zu hören. Angegeben werden diese mit 25dBa und 59 CFM.



    Der Kühler wird mit einer maximalen Kühlleistung von 150TDP angegeben.


    IDLE/ Leerlauf Durchschnittlich 28 Grad



    Leiser Betrieb mit <1000 RPM:
    Eine Stunde Prime 95 Stresstest/ Durchschnittlich 80 Grad, maximal 82 Grad




    Maximale RPM (1600)

    Eine Stunde Prime 95 Stresstest/ Durchschnittlich 76 Grad, maximal 78 Grad



    Der Cryorig H7 Plus mit 150w TDP angegeben und diese habe ich in meinem Test schon fast ausgeschöpft, was man an den Werten sehen kann.

    Um die 80 Grad sind keine angenehmen Temperaturen mehr und kurz vor dem runtertakten der CPU. Selbst mit maximalen RPM wird der Cryorig H7 Plus von anderen Kühlern geschlagen, welche deutlich kleiner sind und nur einen Lüfter haben. Man muss sich bei einem Mainstream-Prozessor auf jeden Fall keine Sorgen machen, dass etwas überhitzt, jedoch bietet der Kühler für alles aufwärts eines i5 keine Reserven für OC, o.ä.



    Fazit:
    Der Cryorig H7 Plus findet für rund 50€ seinen Weg zu euch nach Hause. Der H7 besitzt die mit Abstand einfachste Montage, die ich bei einem CPU-Kühler bisher gesehen habe (Dies gilt natürlich auch für den H7 ohne "Plus"). Man muss sich keine Gedanken um RAM-, sowie Mainboard-Kompatibilität machen und kann den Kühler angenehm mit verbauter Hardware anbringen. Das Design ist sehr schlicht gehalten und damit für die breite Masse ansprechend. Das einzige was mich nicht überzeugen konnte ist ebenfalls das wichtigste bei einem CPU-Kühler: Die Kühlleistung. Hier sollte einem bewusste sein, dass der Kühler wenig bis kaum Reserven für Übertaktungen bietet und eher für kleinere CPU's verwendet werden sollte.


    Ich kann für den Kühler aufgrund der Kühlleistung nur eine bedingte Empfehlung aussprechen. Wofür ich Cryorig jedoch ausdrücklich loben muss, ist die sehr einfach Montage des Kühlers!


    Den Kühler bekommt ihr aktuell hier:
    https://amzn.to/2SR6Eck